Dauertest
NSU Ro 80 [AMS
19. Juli 1969]
Der Test Ihres
Herrn Seiffert ist ausgezeichnet! Man kann ihm nur dazu gratulieren, Jede
einzelne Bemerkung, sei sie negativ oder positiv, trifft den Nagel auf den
Kopf, besonders möchte ich seine Ausführungen in nachstehenden Punkten
bestätigen: Nachdem ich mich hier fast ausschließlich im bergigen
Gelände, also um den Feldberg herum und im Hochschwarzwald, bewege, wäre
ein Vier-Gang-Getriebe günstiger, aas Herausziehen aus steilen Spitzkehren
ist manchmal etwas schlapp. Das Einlegen des Rückwärtsganges ist
schon bei etwas hochdrehendem Leerlauf ein Problem. Nach längerem Schnellfahren
wird es zum Kunststück, ich behelfe mich insofern, als ich sehr schnell
zuerst den ersten Gang und dann reibungslos den Rückwärtsgang einlege.
Das Beschlagen der Frontscheibe von innen ist auffällig - besonders auf
der Fahrerseite. Woran das liegt - ich weiß es nicht; andere Fahrer
machten diese Feststellung ebenfalls. Gott sei Dank habe ich Stoffpolsterrung
und ein Stahlschiebedach. Es wäre in meinem grünen Wagen sonst manchmal
nicht auszuhalten. Der Luftdurchsatz des Ro 80 ist in meinen Augen ungenügend.
Hier sollte man sich ein Beispiel am BMW 2500 oder am großen Audi nehmen.
Die sehr vielen Warnleuchten kann man nur mit der Gebrauchsanleitung in Griffnähe
beherrschen ! Auch hier hat BMW mit dem 2500 eine erstklassige Lösung
gefunden , durch Beschriftung. Das Ablagefach selbst ist schlecht, da dieses
Plastikteil zu weich ist. Wenn man einen Auto-Führer in die Mitte hineinlegt,
dann biegt sich das Ding durch, bis in schnellen Kurven alles herausgefallen
ist. Ansonsten mein Gesamturteil: Das Fahrverhalten und vor allen Dingen die
Wintertüchtigkeit sind einsamste Klasse. Ich bin von meinem Peugeot 404
einiges gewöhnt, aber was dieser Wagen jetzt speziell im Winter bietet,
ist kaum zu übertreffen.
© Wilhelm Maisei, Schopfheim