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Vergleichstest untere Mittelklasse [AMS 19. Juli 1969]

(Fiat 124 / Simca 1100 / Ford Escort / Opel Kadett B LS / Peugeot 204)


Ihre Testergebnisse kann ich - was die Aussagen über den Kadett betreffen - im großen und ganzen als zutreffend bestätigen. Federung und Fahrsicherheit sind zu Recht negativ bewertet worden. Die Bodenhaftung der Hinterräder ist auf schlechter Fahrbahn in der Tat mangelhaft. Die Unebenheiten der Fahrbahn sind auch im Lenkrad deutlich zu spüren. Außerdem ist die Richtungsstabilität verbesserungsbedürftig. Dennoch sollte man diese negativen Eigenschaften des Kadett nicht überbewerten, da sie für den Fahrer nur bei nicht einwandfreier Fahrbahn unangenehm wahrgenommen werden. Für mich jedenfalls sind andere sehr positive Eigenschaften des Kadett, den ich nunmehr über 30 000 km ohne jede Reparatur fahre, wichtiger: Wirtschaftlichkeit in der laufenden Unterhaltung, große Zuverlässigkeit im Alltagsbetrieb, dauerhafterleiser Motor, der den Wagen - wenn es sein muß - auf über 140 km/h beschleunigt

© Jürgen Buddenberg, Köln


Mit dem Ergebnis des Vergleichstests bin ich sehr einverstanden, denn die in Worten ausgedrückte Gesamtwertung in Heft 13 erklärt meines Erachtens völlig logisch und korrekt, wie es zu diesem Ergebnis kommen konnte. Daß der Fiat gewonnen hat, ist bestimmt kein Zufall, denn was dieser Wagen an Leistung, Komfort, Ausstattung zu diesem Preis vereinigt, ist, so glaube ich, in dieser Klasse einzigartig. Ferner muß ich sagen, daß ich einigermaßen überrascht war, am Schluß den Simca an zweiter Stelle zu sehen. Kadett als Schlußlicht - meiner Meinung nach kein Wunder. Ich will hoffen, daß die Herren von Opel, die den Vergleichstest sicher gelesen haben, nun endlich einmal auf die Schwächen dieses billigen Massenprodukts gestoßen worden sind, denn Herr Seiffert hat es ja in aller Deutlichkeit gesagt. Daß dieses Auto trotzdem noch viel gekauft wird, läßt teilweise nur auf Dummheit und zu große Anspruchslosigkeit der Käufer schließen. Ich vermisse in Ihrem Vergleichstest den NSU 1200 C. Ich glaube, dieser Wagen hat es mittlerweile verdient, einmal verglichen zu werden. Er hat nämlich mit der Zeit so viel dazu gelernt, daß er sich vor der Konkurrenz bestimmt nicht mehr verstecken muß.

© Gottfried Vossen, Aachen


Seit einigen Monaten bin ich Besitzer eines Escort GT. Dem Vergleichstest kann ich nicht in allen Punkten zustimmen. Auf einer Urlaubsreise durch Spanien (2 Erwachsene, 2 Kinder) hatte ich Gelegenheit, den Escort näher kennenzulernen und war von der guten Gebrauchsfähigkeit dieses Fahrzeuges sehr überrascht. Den Grand Prix für Fehlkonstruktion dürfte die Wasch-Wischer-Kombination bekommen. Ansonsten bin ich mit dem Fahrzeug zufrieden, jedoch dürften ihm einige Mehr-PS gut zu Gesicht stehen. Mit der Einstufung des 124 S bin ich nicht ganz einverstanden. Etliche Schäden an einem 124 innerhalb kurzer Zeit zwangen mich dazu, meinen Frühlingszauber aus Turin schnellstens zu veräußern.

© P. Gutsche, Herne



Das Testergebnis des zweiten Teils hat mich angenehm überrascht, wenn es auch nicht vergessen machen konnte, daß zwei Wagen in dieser Testreihe nichts zu suchen haben. Der Fiat 124 S und der Ford GT fallen in den Kosten (Versicherung) aus dem Rahmen und gehören zweifellos in die nächsthöhere Gruppe. Der normale Fiat 124, im Preis vergleichbar dem Simca 1100 GL, wäre ohne die bestehende Motorleistung des 1500 wohl auf Platz 3 gelandet, wohingegen der normale und harmonischere Escort 1300 XL gegenüber dem GT Punkte gesammelt hätte.

© Wolfgang Franke, Hamburg


 

Der von Ihnen ermittelte Verbrauch des Opel Kadett LS liegt nach meinen eigenen Erfahrungen viel zu hoch. Ich bin mit meinem werksneuen Kadett LS drei Wochen von Norddeutschland in die Alpen gefahren. Der Wagen war mit drei Personen besetzt, war fast bis an die Grenze seiner Tragfähigkeit belastet und brachte 1120 kg auf die Waage. Trotz voller Belastung und zahlreicher Paßfahrten habe ich nach meinem Bordbuch die gesamten 3000 km mit genau 252 l Benzin geschafft. Das entspricht einem Durchschnittsverbrauch von 8,4 l pro 100 km. Da die Hauptlast zwischen den Achsen lag, die schwersten Gepäckstücke über und nicht hinter der Hinterachse zu liegen kamen, war auch bei Vollgas und Autobahnquerrinnen ein Versetzen der Hinterachse nicht festzustellen. Alles in allem kann ich nur annehmen, daß der Testwagen falsch, nämlich zu niedertourig gefahren wurde. Der Kadettmotor aber will hochtourig lebhaft gefahren werden. Dann nimmt er auch freudig Gas an und fährt nach einem Ampelstart manch stärkerem Wagen davon.

© Waldemar Heise, Ahlfeld



Zum Fahrkomfort des Peugeot 204 GL wäre zu sagen, daß sehr störende Vibrationen am Boden auftreten: Selbst eine dicke Polsterung konnte keine Abhilfe schaffen. Eine derartige Polsterung habe ich auch bei anderen Peugeots beobachtet! An den Rücksitzen habe ich ebenfalls etwas auszusetzen. Diese Sessel sind nur für hosentragende Personen bequem. Die Röcke der Damen rutschen auf diesen Sitzen in ungeahnte Höhen!

© H. Spies, Duisburg

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