Test
VW 1300
Zu Ihrem ersten objektiven Test eines Käfers möchte ich Sie beglückwünschen. Endlich sind Ihre Tester auf die Argumente des Volkes gekommen, die diesen Typ von Fortbewegungsmittel bevorzugen. Die Nachteile, die dem Fahrzeug anhaften, sind den Käufern bekannt. Der Verkaufserfolg beweist jedoch, daß diese ihre Wagen nicht nach dem Motto "was neu ist, ist gut" kaufen. Als Krönung des Berichtes hätten Sie die geringen Kosten an Wartung und Reparatur sowie den hohen Wiederverkaufswert stärker erwähnen können.
© Hans-Werner Schmid, Schwendi
Meines Erachtens sind für den Erfolg des VW, besonders auch im Ausland,
drei Umstände mitbestimmend: . Der Mythos des Käfers - der nichts
mit fortschrittlichem Autobau zu tun hat - und die Schwäche der Amerikaner,
unter anderem einen "european car", einen "old styled car"
zu besitzen, kommen der fähigen Verkaufsorganisation von VW sehr entgegen.
Diese ist so tüchtig, daß sie auch einen VW 59 noch in ansehnlicher
Stückzahl absetzen würde. Es gibt in den USA keine kleinen Fahrzeuge.
Auch davon profitiert VW ebenso wie die entsprechenden Modelle von Fiat, Renault
usw. . Die Zahl der Automobilisten nimmt in der ganzen Welt ständig zu.
Auch in Deutschland beginnen viele Anfänger mit einem kleinen Fahrzeug,
das entweder gleich ein VW ist, falls er nicht als zweiter Wagen gewählt
wird, wenn sie von einem 600 ccm- Auto kommen. Für diese Gruppe steht Wirtschaftlichkeit
mit art erster Stelle, und mit einem VW sind sie hierin gut bedient. Ich habe
mehrere VW verschlissen und fahre auch heute noch einen 1500 Käfer. Es
wird aber der letzte sein, denn nach den Erfahrungen, die ich in den letzten
3 Jahren mit verschiedenen anderen Fahrzeugen machte, erscheinen mir einige
Eigenschaften des VW unzumutbar: Seitenwindempfindlichkeit, mangelnder Gepäckraum,
die Heizung. Ich erinnere mich, daß Sie bis vor wenigen Jahren den VW
noch lobten, wenigstens das Gute an ihm, als andere ihn schon heftig kritisierten.
Wie welt der VW technisch und in seiner Gesamtkonzeption überlebt ist,
wird das Werk selbst durch seinen neuen Generaldirektor bestätigen: mit
den neuen Wagen, die da kommen werden.
© Nora Nagy, Mailand