Fahrbericht Opel Rekord D [19. Feb. 1972]
Nun muß es aber einmal gesagt und geschrieben werden: Die ästhetische
und vielleicht auch kostengünstige Mercedes-ldee, jetzt leider auch beim
neuesten Opel Rekord zu sehen, nämlich den Blinker vorn mit ins Scheinwerfergehäuse
einzubauen, stellt funktionell eine glatte Fehlentwicklung dar. Der minimale
Abstand zwischen Blinker und Scheinwerfer führt bei Dunkelheit dazu, daß
die wesentlich größere Helligkeit des Scheinwerfers den eingeschalteten
Blinker gefährlich überstrahlt. Man muß schon zweimal hinsehen,
um zu erkennen, ob da an dem Entgegenkommer wirklich etwas schwach blinkt oder
nicht. Und wenn nun auch zunehmend zahlreiche Opel zu diesem Seh-Test zwingen,
so werden sich die Beinahe-Irrtümer und wirklichen Mißverständnisse
erheblich häufen.
© Dipl.-lng. Dieter Flatow, Köln
Die überarbeiteten S-Motoren der neuen Oper-Modelle zeichnen sich vor allem
durch die stark angehobene Verdichtung aus, welche mit 9.8 : 1 fast dem derzeit
üblichen Höchstwert entspricht. Fraglich ist. wie sich die hohe Verdichtung
im Hinblick auf den gegenwärtig höchsten Gehalt von 0,4 Gramm Blei
je Liter Benzin und die zukünftige Entwicklung auf diesem Gebiet verhalten
wird.
Bezeichnend ist immerhin, daß Porsche sowie General Motors in weiser Voraussicht
die Verdichtung ihrer Motoren gesenkt haben. Abgesehen von einer leichten Hubraumvergrößerung
hätte es sicherlich andere preiswerte Methoden zur Anhebung der PS- Zahl
gegeben, so zum Beispiel die Verwendung eines Horizontalvergasers in Verbindung
mit dem Sprint-Auspuffkrümmer. Im Falle Rekord wurde einmal mehr bewiesen,
daß des Rechners Rotstift das Wissen des Technikers überspielt.
© Fernand Urbany, Luxemburg