Vergleichstest
untere Mittelklasse [20. Juni 1970]
Ich habe an Ihrem Vergleich auszusetzen, daß Sie beim Fiat 128 die mangelhafte
Verarbeitungsqualität viel zu gering veranschlagen. Was nützt mich
das schönste und beste Auto, wenn es andauernd Reparaturen hat (bei den
heutigen Werkstattpreisen) und vor allem nicht zuverlässig ist. Auf ein
Auto muß man sich genauso verlassen können wie auf die Bahn. Das
ist der Grund, warum der langweilige VW immer wieder und am meisten gekauft
wird. Solange Sie das außer acht lassen, bleibt Ihr Test eine Spielerei
mit dem Metermaß, und Sie nutzen dem Käufer nicht. Stellen Sie den
Fiat (den ich selbst sehr gerne kaufen würde) als im Entwurf besten und
in der Verarbeitung Offenbar unbrauchbarsten Wagen heraus; vielleicht wird man
sich das in Turindoch zu Herzen nehmen.
© Dr. Reinhard Moos, Freiburg
Erfährt der Käufer, welche lieferfrist der Fiat 128 hat (laut Verkäufer
4 Monate), dann distanziert er sich schnell von diesem Auto. Am 13. November
1969 von mir bestellt (viertürig), Liefertermin Ende März. Seit dem
13. April stehe ich an erster Stelle im Lieferbuch der größten Niederlassung
in Hamburg. Heute wird mir gesagt, daß auch in nächster Zeit kein
Wagen zu erwarten ist. Will Fiat so dem VW-Käfer Konkurrenz machen?
© Egbert Nachtwey, Hamburg
Karosserie-Form: Ihre Punktewertung sieht sehr nach einer Wiedergutmachung für
VW aus, nachdem der Vergleich VW/Audi für VW so schlecht ausgegangen ist.
Daß ein Kadett hinter dem uralten Käfer ein gestuft wird, ist einfach
zum Lachen. Gegen Ihre Bewertung sprechen auch die Verkaufszahlen dieser Autos.
Daß der Kadett kein guter Beschleuniger ist, das stimmt. Speziell am Berg
ist er ein müdes Fahrzeug durch seine schlechte Übersetzung. Auch
ist er sehr windempfindlich. Aber was mich am meisten stört, ist die schlechte
Anordnung der Schalter für Licht und Scheibenwischer. Vielleicht wäre
es ganz gut, wenn man die Schalter in verschiedener Form erzeugen würde.
©
Walter Schlager, Schwaz
Zum Opel Kadett möchte ich hier sagen, daß die ca. 350 DM für
die 55 PS-Maschine unbedingt anzulegen wären. Für das dann teuerste
Auto wäre das Zwischenergebnis dann bestimmt nicht so blamabel ausgefallen.
© Manfred Barnickel, Bockum-Hövel
Da ich selbst seit einem knappen Jahr im Besitz eines NSU 1200 C bin, las ich
Ihren Vergleichstest mit großer Aufmerksamkeit. In folgenden Punkten bin
ich etwas anderer Meinung als Sie: Bei Ihrem NSU hatten Sie Regulierungssorgen
mit der Frischluftzufuhr. Diese Sorgen habe ich merkwürdigerweise nie,
obwohl sich öfters im Wagen mehrere Personen dem Tabakgenuß hingeben.
Mein Wagen besitzt zwei große Frischluftdüsen, stufen los regelbar,
zudem kann man mit diesen Düsen die Luft noch in die gewünschte Richtung
lenken, wobei man nie direkt angeblasen wird. Zum anderen vergaßen Sie
vollkommen zu erwähnen, daß beim NSU 1200 C die verbrauchte Luft
durch Lüftungsschlitze an der Hutablage abgesaugt und ins Freie befördert
wird. Was die Karosserieform betrifft, bewerten Sie wohl die im Test befindlichen
Automobile nach Ihren persönlichen Schönheitsmaßstäben.
Der VW ist also 3 Punkte schöner als der NSU und der Daf, 2 Punkte schöner
als der Kadett und einen schöner als der Simca. Wenn Sie die Wertung der
Karosserieform wegließen und sie in das Ermessen des Käufers stellten,
so sähe das Zwischenergebnis etwas anders aus.
©
W. Hetze , Gundelfingen
Mit den erzielten Resultaten und deren Auswertung bin ich im großen und ganzen einverstanden; nur der beim Opel Kadett ermittelte Benzinverbrauch hat mich sehr überrascht. Sicherlich waren auch viele andere Leser über den enormen Benzindurst Ihres Kadett betroffen; denn der Kadett mag viele Nachteile haben, einen zu hohen Benzinverbrauch wird man ihm bestimmt nicht nachsagen können. Meine Eltern fahren je ein Opel Kadett Coupe mit dem 45 PS-Motor. Diese Autos verbrauchen bei gemütlicher Autobahnfahrt (Durchschnittsgeschwindigkeit etwa 115 km/h bei gelegentlichem Beschleunigen auf 130-140 km/h bei Überholvorgängen) nur etwa 7,5 Liter auf 100 km. Im Stadtverkehr schlucken die Motoren nicht mehr als höchstens 9 Liter. Ich selbst fahre einen Opel Kadett A (Baujahr 1964), der im Stadtverkehr etwa 9,5 Liter braucht, auf der Autobahn bei praktisch ununterbrochener Höchstgeschwindigkeit etwa 10 Liter. Erwähnenswert ist auch, daß - soweit wir bisher bei unseren eigenen Fahrzeugen und von anderen erfahren haben - der Ölverbrauch normalerweise 0,5 Liter auf 1000 km nicht übersteigt.
© Dagmar Giffey, Aachen
Wann bequemt sich Herr Seiffert endlich dazu, in seinen Testen objektiv zu sein?
Daß es besonders schwerfällt, Opel-Wagen, gleich welchen Modells,
auch nur in etwa positiv zu beurteilen, ist seit Jahren zur Genüge bekannt
und in vielen .Ihnen zugegangenen Zuschriften zum Ausdruck gekommen. Ganz besonders
deutlich kommt seine nega tive Einstellung zu diesem Fabrikat wieder einmal
in der Klassifizierung der Testfahrzeuge in der Endrunde zum Ausdruck, in der
der beim Käufer immer beliebter gewordene Kadett schlecht wegkommt.
© Erich Bergmann, Syke
Mir scheint die Wertung für die Kompaktheit des NSU im Vergleich zu der des VW nicht ganz objektiv zu sein: Kompakt kann ein Auto doch dann genannt werden, wenn es im Verhältnis zur Verkehrsfläche möglichst viel Nutzraum bietet; diese Forderung ist meiner Ansicht nach beim NSU in wesentlich höherem Maße erfüllt als beim VW, was in der Wertung leider nicht zum Ausdruck kommt. Weiterhin dürften Ihre Meßergebnisse für Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit des NSU leicht unter der Normalleistung dieses Fahrzeugg liegen. Die Werksangaben betragen für die Höchstgeschwindigkeit 145 km/h, für die Beschleunigung Von 0 bis 100 km/h 15,5 sec. Diese Werte fand ich In Testberichten anderer Fachzeitschriften bestätigt wie auch in gewissem Maße durch meine eigenen Fahreindrücke mit dem Wagen (20000 km).
©
Helmut Leucht, M.
Was mir persönlich an Ihrem Vergleichstest nicht gefällt, ist folgendes:
Warum testen Sie den schwächsten Kadett, den Opel herstellt ? Es wäre
doch angebracht gewesen, den Opel Kadett LS mit 55 PS in den Test einzubeziehen.
Ich selbst fahre zur Zeit ein Opel Kadett LS Coupe, 55 PS, und nach 36000 km
hat der
Wagen noch keine einzige Reparatur
gehabt.
©
Alfred Fay, Frankfurt
In Ihrem Bericht haben Sie mir offenbart, wie schlecht und für den heutigen
Straßenverkehr ungeeignet der Käfer ist. Vor fast genau einem Jahr
habe ich meinen Käfer in jugendlichem Leichtsinn für teuer verdientes
Geld gekauft. Inzwischen habe ich über 18000 km mit diesem Auto gefahren.
Außer zum Kundendienst und zum Ölwechsel mußte er niemals in
die Werkstatt. Und er hat mich nicht einmal im Stich gelassen.
©
Werner Matissek, Lauffen
Daß bei Ihnen der 45 PS-Kadett von 0 auf 100 23,8 sek. braucht, will ich
zwar als objektive Messung hinnehmen, gleichzeitig jedoch auch als außergewöhnlich
bezeichnen. Ich benötigte bei einem 45PS-Kadett, den zu fahren ich Gelegenheit
hatte, nur 19,8 sek. (2 Personen Besetzung, Windstille, Tacho korrigiert, Spikesreifen).
Die Hochstgeschwindigkeit stimmte mit der Ihres Testwagens ungefähr überein
(trotz Spikesreifen). Soweit meine Anmerkung zum Vergleichstest. Der VW muß
rehabilitiert werden - er ist schließlich ein durch und durch deutsches
Auto aus Wolfsburg.
©
Erhard Drengemann, Düsseldorf
Mich stört nur Ihre Schwerpunktsetzung. Wer Wagen dieser Preisklasse kauft,
sucht 1. Wirtschaftlichkeit, 2. Wirtschaftlichkeit, 3. lebensdauer und 4. Lebensdauer,
5. Störungsfreiheit und 6. Robustheit. Wenn zunächst diese Vorausetzungen
erfüllt sind, stuft er weiter ein nach Schönheit, Zweckmäßigkeit
der Karosserie, Straßenlage etc., denn von letzteren Gesichtspunkten bringt
wohl jeder der getesteten Wagen ohnehin ein vertretbares Minimum mit. Wer die
Sache nicht so sieht, könnte sich unter Umständen verleiten lassen,
den Fiat zu kaufen, und das wäre wohl für das Gros der Käufer
dieser Preisklasse auf lange Sicht der teuerste Weg.
©
Horst Altmann, Hamburg