Vergleichstest
sportliche Limousinen ( u.a. NSU TT / Opel Kadett B Rallye)[1.
August 1970]
Wie zu erwarten war, landete der TT auf einem der ersten Plätze. Was Sie
über den NSU berichten, trifft fast alles genau zu. Nur in zwei Punkten
stimme ich mit Ihnen nicht überein Erstens liegt der Verbrauch meines NSU
bei zügiger Fahrweise zwischen 8,5 und 9 Liter pro 100 km, und zweitens
bin ich mit der von Ihnen erzielten Beschleunigung von 14,9 sec von 0 auf 100
km nicht einverstanden. Wie ich in anderen Testberichten las, wurden zwar die
vom Werk angegebenen 13,1 sec nicht erreicht, aber Zeiten von 13,4 oder 13,5
sec ließen sich doch schon erzielen. Daß der Opel auf dem ersten
Platz liegt, ärgert mich zwar, aber um so mehr macht es mir Freude, jeden
Opel Rallye Kadett 1,1 Liter mit einem Druck aufs Gaspedal bald in meinem Rückspiegel
verschwinden zu sehen.
©
Dieter Schmidt, Saarwellingen
Im großen und ganzen decken sich meine TT -Erfahrungen mit den von Ihnen
gemachten Angaben. Man hätte vielleicht noch das kleine Gaspedal bemängeln
können, denn daran muß man sich erst gewöhnen. Offenbar hat
man Ihnen nicht gerade eine der schnellsten Versionen überlassen. Mein
TT wird überwiegend auf der Autobahn gefahren, und da bereitet es mir keine
Mühe, einen Opel 1700 oder einen Ford 17 M abzuhängen. Sogar mit dem
BMW 1600 halte ich im Windschatten mit.
Was mir unverständlich ist, ist Ihr Ergebnis in Kurvenfahrten. Gerade hier
habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht. Es bereitet mir immer wieder Freude,
auf kurvigen Strekken andere Autos zu überholen. Wiederholt befanden sich
auch schon Rallye Kadetts darunter. Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, daß
ich bei Kurvenfahrten mit meinem TT fast unschlagbar bin. Und man kann nicht
davon ausgehen, daß es sich hier immer um Sonntagsfahrer gehandelt hat.
© Joachim Küpper, Wengern
Zu Ihrem
Test meine Zustimmung. Zur Beschleunigung des TT: Mein NSU schaffte die 100
km/h in ca. 13,5 s (mit 12 Zoll-Rädern). Die Höchstgeschwindigkeit
deckt sich ziemlich mit von mir gemessenen Werten, wobei der Tacho manchmal
180 zeigte. Die Straßenlage läßt sich durch Konis, negativen
Sturz vorne und hinten und durch leichtes Kürzen der Federn sehr verbessern.
Die Windempfindlichkeit des TT störte mich ziemlich. Ein Ölthermometer
ist übrigens empfehlenswert, da die Temperatur auf der Autobahn bis 140
Grad steigt. Durch Ignorieren des Drehzahlmessers und zu heißes Ö1
habe ich meinen ersten Motor bei 35000 km "verheizt".
©
Rainer Falkowski, Hamm
Nach einer Fahrzeit von 18 Monaten Rallye Kadett und nun 12 Monaten NSU TT kann
ich im großen und ganzen Ihr Urteil nur bestätigen. Wenn ich an einem
Punkt Ihres Vergleichs Kritik üben muß, so ist dies die Fahrsicherheit.
Ich fahre den NSU mit Kleber V 10 auf 12 Zoll-Felgen, breiten Bremstrommein
hinten und TTS-Lagerstükken an der Vorderachse. Der Luftdruck beträgt
1,9 bis 2,2 atü. Das Fahrverhalten ist bei hohen Kurvengeschwindigkeiten
neutral, im Grenzbereich leicht kontrollierbar. Im übrigen sind beide Autos,
der NSU und der Opel, in dieser Klasse, wie Ihr objektives Urteil ausdrückt,
die beste Lösung, und es werden persönliche Dinge sein, die den Kauf
zwischen TT und Rallye Kadett entscheiden. Zum Fahrvergnügen trägt
der NSU mehr bei, die Zuverlässigkeit des Opels ist geringfügig höher
zu bewerten.
©
R. Jennewein, Berlin
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