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Dauertest Audi 100 LS [1. August 1970]


Mit Interesse las ich Ihren Testbericht, doch muß ich mit Bedauern feststellen, daß Sie das oftmals durch Ölverlust hervorgerufene ungleichmäßige Greifen der vorderen Scheibenbremsen nur mit einem einzigen Satz erwähnen. Ist doch die Gefahr, die hier droht, nicht zu unterschätzen, denn gute Bremsen sind bei einem schnellen Wagen mit das Wichtigste. Ich halte es für einen schwerwiegenden Nachteil, um nicht zu sagen Konstruktionsfehler, die Bremsscheiben unmittelbar am Getriebe anzubringen, denn jeder Motor verliert Öl, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Bremsen verölen und dann unregelmäßig arbeiten. Ich mußte nach 17 000 km die Bremsbeläge schon zweimal auswechseln lassen und beobachte nun dauernd die Unterseite des Motors, um jede ölfeuchte Stelle sofort abzuwischen. Ich kann an all das Gerede von Fortschritt und Sicherheit im Automobilbau nicht mehr ohne Einschränkung glauben, solange ich mich fürchten muß, bei hoher Geschwindigkeit einmal voll auf die Bremse zu treten.


© Walter Kuckhoff, Düsseldorf



Ihre guten Testerfahrungen kann ich uneingeschränkt bestätigen. Seit Oktober 1969 fahre ich einen Audi 100 S, Fahrleistung 18000 km, überwiegend im Mittel- und Kurzstrekkenverkehr eingesetzt, Durchschnittsverbrauch 11,1 Liter/100 km, Ölverbrauch 1 Liter/5000 km. Außerhalb der vorgeschriebenen Inspektionen war nur ein Werkstattaufenthalt notwendig, wegen Kaltstartschwierigkeiten. Diese sind ausgeräumt, seit ich - entgegen dem Rat der Audi-Werkstatt - Champion N 4-Kerzen mit 0,6 bis 0,7 mm Elektrodenabstand eingesetzt habe. In neun Monaten konnte ich mich davon überzeugen, daß der Audi 100 seine Serienreife nicht erst in der Hand des Kunden erlangen soll. Hier wird ein Fahrzeug der Mittelklasse angeboten, das sich in Fahrleistung, Komfort und Verarbeitungsqualität wohltuend von der Masse abhebt und zugleich erheblich billiger ist als vergleichbare Autos.


© Hans Fiß, Schülp

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